Berufsleben

Hermann Hubers erster Arbeitstag bei der Firma Salewa in der Thalkirchner Straße 47 in München war am 1. Oktober 1945. Da kurz nach Kriegsende keine höheren Schulen zu besuchen waren, suchte Max Huber, Prokurist in der Kraemer’schen Kunstmühle, seinem Sohn eine Lehrstelle. Damals hätte Hermann nicht im Traum daran gedacht, dass daraus eine lebenslange Verbindung entstehen würde: Vom Lehrling bis zum Geschäftsführer absolvierte er fast alles.

Das Unternehmen Sattler- und Lederwaren GmbH durchlebte viele Veränderungen, Salewa war nicht immer ein Bergsportunternehmen. Zu Beginn wurden Reitsättel für das Militär, Lederfußbälle sowie nachfolgend Skistöcke aus Tonkin-Rohr hergestellt – selbstverständlich made in Germany in der Thalkirchner Straße.

Hermanns Leidenschaft für die Bergwelt, insbesondere die erste Cordilleren-Expedition 1955, setzte einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung des Unternehmens in Richtung Bergsport. Mit dem Rucksack namens Anden wurde der Markteintritt in den Bergsportbereich besiegelt. 1962 folgte das erste verstellbare Salewa Classic Steigeisen und wurde zum Welterfolg.
Die 1964 entwickelte Rohreisschraube ist bis heute weltweit gültiger Standard. Weitere Produktgruppen folgten in den Jahren danach: Daunenbekleidung und Schlafsäcke (1973), Zelte (1969: das Hiebeler Halbtonnen-Biwak-Zelt) und Funktionsbekleidung.

Seine Wege führten ihn auf alle Kontinente, abgesehen von der Antarktis. Meist beruflich unterwegs, fand sich immer wieder auch Zeit für Felsaktivitäten: Mit Riccardo Cassin, Max Eiselin, Yvon Chouinard, Tom Frost, Royal Robbins, Doug Tompkins, Mike Parsons, Graham Tiso, Alex McIntyre, Denny Moorhouse und einigen anderen Persönlichkeiten der Frühzeit des heutigen Alpinismus hatte er Verbindungen, die sowohl geschäftlich als auch freundschaftlich waren.
Die Bergsportbranche war klein, man kannte sich, teilte die gleiche Leidenschaft und ging gemeinsam klettern. Nicht selten entstanden dabei neue Produkte und Produkt-Optimierungen.

In der Bildergalerie Berufsleben gibt Hermann Einblicke in die Frühzeit des heutigen Bergsports und deren markante Persönlichkeiten sowie seine mehr als fünfzigjährige Tätigkeit beim Bergsportunternehmen Salewa.

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